Wodurch kann die
Sensorische Integration gestört sein ?
Unsere Aufnahmefähigkeit
und Verarbeitungskapazität für Sinnesinformation ist begrenzt. Die
Auswahl richtet sich nach der momentanen, individuellen Wichtigkeit. Es
ist der innere Antrieb, das Interesse, das diese Auswahl bestimmt. Es
ist auch das Umfeld, das diesem Interesse Nahrung gibt.
Dazu müssen wichtige
Informationen von unwichtigen unterschieden werden. Das verlangt eine
Reizfilterung wie in einem Sieb. Das Wichtige muss weitergeleitet und
das unwichtige muss gehemmt werden. Dann muss noch mal ausgewählt
werden, was von dem Wichtigen zuerst weitergeleitet und verarbeitet
werden soll, und was später bearbeitet werden soll.
Dieser komplizierte
Vorgang der Aufnahme, Filterung, Zusammenschließung und Deutung von
Sinnesreizen ist eine Leistung des Nervensystems. Diese kann gestört
sein durch:
-
Sauerstoffmangel vor- während oder nach der Geburt -
Gifte im Mutterleib
( Nikotin - Alkohol - Medikamente )
- unangepasste
Sinnesangebote
- mangelnden
Gebrauch, mangelnde Anregung
- mangelnde
Eigenbewegung z.B. bei Körperbehinderung
- seelischen
Druck
Meist ist die Ursache
dieser Störung nicht eindeutig festzustellen. Für Schwierigkeiten und
Entwicklungsprobleme gibt es meist nicht nur eine, sondern mehrere
Ursachen.
Zu erkennen ist dies von
außen an der Reaktion auf Sinnesreize:
- das kann zu
wenig oder zuviel Reaktion sein.
- Das kann
nicht angepasste Bewegung sein.
- Das kann
mangelnde Koordination sein.
- Das kann sich
in Schwierigkeiten zu lernen äußern, aber auch in seltsamen Verhaltensweisen.
Wer kann Störungen
der Sensorischen Integration erkennen ?
Diese Störungen sind
nicht leicht zu erkennen und selbst Fachleute können dies nicht ohne
genaue Beobachtung und Untersuchung. Eine Verlangsamte oder
unharmonische Entwicklung ihres Kindes kann ein Anhaltspunkt sein, sich
das Kind näher anzusehen. Es ist aber allein noch kein Beweis für eine
sensomotorische Störung.
Eltern, Erzieher und
Lehrer müssen ihren Verdacht von einem Kinderarzt oder
Kinderneurologen abklären lassen. Sie können in keinem Fall allein eine
Therapie empfehlen oder verordnen.
Auch Ärzte für
Allgemeinmedizin können oft nicht genau sagen, ob es sich bei den
Anzeichen um eine neurale Störung oder um eine andere Ursache handelt.
Denn es gibt auch andere Gründe für
Entwicklungsschwierigkeiten, Ängste, Lernprobleme und Verhaltensauffälligkeiten
bei Kindern. Es ist auch möglich, das sowohl sensorische, als auch
organische oder psychische Ursachen zusammen für Probleme Ihres Kindes
verantwortlich sind.
Deshalb teilen Sie alle
Ihre Beobachtungen und Ihre Besorgnisse mit dem Kinderarzt Ihres
Vertrauens mit, der Sie mit Ihrem Anliegen ernst nimmt. Bitte warten Sie
nicht darauf, das der Arzt es allein sehen muss. Ihr Kind verhält sich
in einer ärztlichen Untersuchungssituation immer anders als im
vertrauten Rahmen. Deshalb sind Ihre Besorgnisse und Ihre Beobachtungen
für den Arzt notwendig und außerordentlich hilfreich für die
gezielter Diagnostik.
Sensomotorische
Integrationsstörungen gibt es vom Säuglingsalter bis zum
Erwachsenenalter. Wenn sie schwerwiegend sind und nicht ausgeglichen
werden können, führen sie direkt oder auf Umwegen zu Problemen.
Je früher sie behandelt
werden, desto kürzer und erfolgreicher ist die Behandlung.