Was ist sensorische
Integration ?
Sensorisch heißt
Die Sinne betreffend!
Unsere Sinne sind die Organe oder Türen zur Aufnahme von Sinnesreizen.
Ihre Fühler sind die Eingänge, durch die wir Informationen über
unseren Körper und unsere Umwelt aufnehmen.
Wahrnehmung ist:
Der Transport dieser
Information über die Nervenwege zum Gehirn.
Wahrnehmungsverarbeitung
ist:
Die Bearbeitung dieser
Information auf ihrem Nervenweg bis zur Hirnrinde.
Dazu gehört:
- die Auswahl
- die Verknüpfung mit anderen Informationen und
- die Einordnung und Deutung
des Gefühlten
des Gerochenen
des Geschmeckten
des Getasteten
des Gehörten und
des Gesehenen
Sensorische
Integration ist:
Die Einsortierung und
Deutung dieser Information im Gehirn, und die Verwertung für die
Benutzung im täglichen Gebrauch. Es
ist die Fähigkeit wichtige Botschaften zu erkennen und hieraus eine
Reaktion, eine Antwort in Form von Bewegung zu planen, auszuführen, zu
steuern und diese Antwort wieder zu spüren.
Zusammengefasst heißt
das:
Sensorische Integration
ist die bestmögliche Verarbeitung und Beantwortung von Sinnesreizen für
die erwünschte Handlung.
Wie entwickelt sich die
sensorische Integration ?
Sensorische Integration
ist ein Teil der normalen Entwicklung. Sie entwickelt sich in einer
bestimmten Reihenfolge und braucht immer Nervenreife und Sinnesangebote
in jeder Entwicklungsstufe. Jede Stufe baut auf der vorherigen auf und
verbindet sich mit ihr. Die Reihenfolge bestimmt die Wichtigkeit. Je
grundlegender das Sinnessystem ist, desto wichtiger ist seine Funktion.
Alle Sinne müssen mit den anderen verbunden werden.
Zuerst muss der eigene Körper
gefühlt , ausprobiert und erfahren werden, die Eigenwahrnehmung.
Dann wird mit dem Körper
das Umfeld erfühlt, ausprobiert und erobert, die Fremdwahrnehmung.
Der Baum ist ein
Bild, das die Entwicklung der sensorischen Integration verdeutlichen
kann.
Die Wurzeln zeigen die
Eigenwahrnehmung, als lebenslang wichtige Grundlage. Sie gibt dem Baum
Standfestigkeit. Beim Menschen ist die Eigenwahrnehmung Voraussetzung für
die Integration der Umweltwahrnehmung. Damit ist sie die fundamentale
Grundlage zur Bewältigung aller Anforderungen zur Selbsterhaltung.
Die Wurzeln in diesem
Bild sind:
Haut, Innere Organe,
Muskeln, Gelenke und Gleichgewichtsorgan.
Die Haut ist das größte
und wichtigste Sinnesorgan. Sie hat eine Fläche von 1 - 2 qm. Sie hat
die meisten Eigenfühler. Auf einem Quadratzentimeter Haut liegen etwa
245 Fühler. Damit gibt sie Information über Körperform und Körpergrenze.
Gleichzeitig kann die Haut das Umfeld ertasten.
Die Muskeln und Gelenke
geben mit den inneren Organen die Körperinnenwahrnehmung über Stellung
und Bewegung des Körpers.
Der Gleichgewichtssinn
verankert den Körper über die Schwerkraftempfindung mit dem
Umgebungsraum. Durch ihre Verbindung und Vernetzung entsteht die
Sicherheit beim Stehen und Gehen und in allen anderen Körperstellungen
Der Stamm zeigt die
Fremdwahrnehmung, als Grundlage zur Umfeldorientierung.
Der Stamm in diesem
Bild ist:
Nase, Zunge, Ohr, Hand
und Auge.
Über riechen, schmecken,
hören, tasten und sehen erobern wir unser Umfeld. Wir brauchen von
allen Personen und Gegenständen Informationen aus allen Sinnesorganen.
Nur dann können wir sie im Gehirn speichern und diese gespeicherten
Informationen schnell und geordnet abrufen.
Die Äste zeigen die Fähigkeit,
den Grad der sensorischen Integration. Bedeutungsgewinn, Denkfähigkeit
und Kreativität.
Keine Information nützt
uns ohne Bedeutung. Alles Bedeutungslose entzieht sich der Wahrnehmung.
Nur Bedeutungsvolles bleibt im Gedächtnis. Alle im Gedächtnis
abgespeicherten Erfahrungen können wir abrufen und vor uns ablaufen
lassen. Denken ist die nachvollzogene oder neu kombinierte Handlung im
Gedächtnis. Nicht Gehandeltes kann nicht gedacht werden. Alle
Grunderfahrungen muss jeder Mensch selber machen.
Kreativität ist schöpferische
Kraft, die als höchste Fähigkeit im Menschen wächst. Sie dient der Lösung
von Aufgaben und Problemen bei der Selbsterhaltung, Selbstverwirklichung
und der Selbstbestätigung.
Die Früchte kennzeichnen
die Fertigkeit als Ergebnisse guter sensorischer Integration.
Die Früchte in diesem
Bild sind:
Konzentration und Merkfähigkeit,
Tonus- und Gleichgewichtsregulation, Körper- und Feinkoordination,
Kraftdosierung und Feinmotorik, Wortverständnis und Sprache, Rhythmus
und Musikalität, Lesen, Schreiben und Rechnen, Selbsteinschätzung und
Selbstsicherheit.
Diese Früchte sind das
Ergebnis von Wachstum und Reifung. Sie lassen sich nicht erzwingen. Ihre
Reife wird durch Sinnes - Nahrung ermöglicht und durch Liebes - Sonne
gefördert.